Mittwoch, Mai 17, 2017

Das Geschenk des Frühlingslebens

Mai -Wachstum auch in unserem Leben


- Frühe Morgenstimmung -

Gefunden im Mai:
Magisches Holz - 
die Ablagerungen aus den Wassern eines Sees hinterließen die schönste Patina und erzählen von Geheimnissen und Märchen...


Sagt, ist es nicht einfach herrlich und geradezu fulminant?
Nun ist der Mai so richtig angekommen, diese vollständige Vereinigung mit dem Leben.
Die überwiegend körperliche, so sinnliche Zeit - 
und eine regelrechte Wucht an Energie.
Die Blätter an den Bäumen, das Maigrün,
das dem Zitronengrün des Aprils gewichen ist...

Tatkraft hin zum Wachstum füllt meine Seelenkammern nun stetig auf,
 und das Jahresrad, es dreht sich ab jetzt noch ein wenig schneller. 
Jetzt wird "gezeugt" - und das bezieht sich ja auch auf das Schöpferische, auf das Umsetzen von Ideen und auf Veränderungen, 
denn ohne die... gibt es ja kein Wachstum.

Wollt Ihr ´mal kurz hereinspitzen? Ich würde mich freuen.
Hier ist es noch sehr früh am Morgen, doch ich bin schon mittendrin:

Dieser Schwingen-Spiegel ist nun bereits vergeben...

Meine Schwingenspiegel mag ich bald so unfertig am liebsten.
Jeder einzelne ist solch ein Individuum, alle so unterschiedlich...
Ob ich mir mal glatt einen einfach so unfertig hinhänge?
Hat sowas Künstlerisches ;)

This winged mirror ist already given...

Ne, aber so schön das auch aussieht, das würde ich dann auf Dauer doch nicht wollen.
Sieht dann irgendwie so.. schutzlos aus...

Und ich frage mich gerade, ob ich die deshalb so gerne mache, weil ich dann ja immer einen Unfertigen herumstehen habe ;)

Der hintere Spiegel ist nun bereits vergeben...

Wenn sie dann fertig sind, wie dieser hier, fällt mir allerdings jedes Mal ein Stein vom Herzen -
denn ginge beim Einpassen ein solcher alter Spiegel kaputt,
dann hätte ich den passgenauen Rahmen ja umsonst gemacht. 
Oi.
Und dann wären zwei Monate Arbeit im Eimer.
Bis jetzt aber blieb alles heil, und so ist hier wieder ein kleines Seelengeschöpf entstanden,
hier wird gefeiert!

Bei Interesse könnt Ihr mich gerne anschreiben, meine email-Adresse ist rechts nebenan angegeben.
Für die, die mich neu "lesen", diese Kerlchen gibt es nur bei mir, jaja, 
mein ureigenster Méa-Entwurf ist das :)),
und wenn ich erst einmal anfange, von denen zu schwärmen...
Aber die wollen es auch wissen. 
Der Anfang ist leicht,
ein Witz zu dem, was dann kommt.
Mein Material hat nämlich (wie Holz ja auch) ein Eigenleben.
Das ist nicht einfach Modellieren, neeee, 
da wird geschrumpft, sich weggedreht, geschüsselt,
gezickt, verrutscht,
es ist glatt wie ein Labyrinth -
und wenn ich nicht aufpasse, verheddere ich mich darin.
Jede Feder wird genauestens bearbeitet,
fünfmal im Prozess, bevor das große Schleifen kommt,
und JEDES Mal mache ich auch Fehler. 
Dann muss ich wieder etwas wegschnitzen und versuche dabei,
mich noch weiter zu verbessern.


Da ich ja echte alte Spiegel einpasse, die ich auf Flohmärkten jage,
ist es noch schwieriger - 
denn durch all die unterschiedlichen Größen muss ich aufpassen, dass die Proportionen der Flügel zum Rahmen stimmen.
Und mit jeder neuen Schicht wird alles auch schwerer, 
ist solch ein Spiegel fertig, habe ich ordentlich etwas herumzuwuchten...

Hier der frisch geschlüpfte Schwingenspiegel,
dieser sollte wie umarmt wirken.
Guckt mal, er ist noch ganz verschlafen, doch er funkelt schon so schön.
Neue Spiegel können gar nicht so warm funkeln...


Alles neu macht der Mai

Du meine Güte, der Spruch ist so abgedroschen, wie er für mich gleichzeitig stimmt.

Auch hier in den Räumen, in denen ich lebe und arbeite, 
bahnen sich seit Anfang Mai einige kleine, doch so wertvolle Veränderungen an.
Veränderungen, die helfen, sich immer mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren und eine neue,
regelrecht "urlaubsartige" Atmosphäre auch im Atelier zu schaffen.
Es ist die Essenz, die bleiben soll, 
damit wir uns mit Ersatz für das Leben und Wirken zunehmend weniger beschäftigen.
Ob das beim Wohnen ist, bei unseren Tätigkeiten oder
auch bezüglich unserer Ernährung.

Zunehmend essentiell zu leben ist solch ein schönes Ziel...
Dazu gehört auch Trennung von so einigem, 
das wiederum noch mehr hinter sich herzieht,
ein Prozess, der sich da in Gang setzt, der einem schon einmal so ein wenig Angst machen kann.
Bei uns ist die Angst allerdings der Vorfreude gewichen.

Manche sagen, "ich bin angekommen, was soll ich noch groß verändern?".
Nüja, aber ich bin irgendwie so konstruiert,
dass ich immer noch mehr werden will, wie ich eigentlich ´mal gedacht war.
Ist nicht so, dass ich dazwischen nicht glücklich und zufrieden bin,
nicht falsch verstehen,
aber ich bin dann eben NOCH zufriedener,
alles passt NOCH besser und macht den Alltag NOCH schöner.
Versteht mich hier noch einer???
Oi.


So ist hier noch so einiges "under construction",
im Werden,
und die Zeit will genutzt sein.
Manchmal arbeite ich an mehreren Gewerken (das Wort gibt es tatsächlich ;) gleichzeitig,
das macht Spaß, mir schwirrt davon aber zunehmend der Kopf,
da ich dort bereits alles auf einmal umsetze.
Der Plan steht, und einige werden mich dann sicher für ziemlich verrückt halten...

Ich werde posten und auch nicht wieder das Vorher vergessen ;))

Die Méa und das Pinterestchen

Etwas hat mir bei diesem kleinen Neu-Werden sehr geholfen,
und auch das ist ja hier neu auf meinem Blog:
Ein Überblick und ein "Guckt ´mal, kennt Ihr das schon?"


LINK


Inspiration aber auch den Durchblick über viele Jahre hat mir dies verschafft -
es war wie ein Aufräumen.
Ein Ausfiltern der Essenz (ha, da isses wieder).
Und ein Begreifen - ein ganz klares Bild davon, wohin es gehen soll.

Ich hätte wirklich NIE gedacht, WIE nützlich solches ist.
Hätte ich mal früher machen sollen.
So oft war da ein plötzliches Erinnern in mir,
ein Erinnern an das, was ich wohl vergessen hätte,
alles wurde deutlicher.
Und dann war da ein großes begreifendes "Ach sooooo! Ja, DAS will ich doch noch viel mehr leben".
Oder auch ein "Das finde ich gar nicht mehr gut, jetzt kenne/kann ich das doch besser..."

Vielleicht mögt Ihr ja auch einmal hier vorbeigucken,
habe so schön gesammelt,
vielleicht freut es Euch ja und inspiriert nicht nur mich?
Kost´ ja nix :)


Und ich, ich sende Euch nun ganz ganz liebe Grüße aus dem Königreich,
Danke für´s Mit-Mir-Sein,
ich bin dann mal weiter fleissig,
so viel will hier werden!
Ich weiß glatt gar nicht, wo ich zuerst anfangen soll...

Hobbit gibt derweil die Prinzessin auf der Erbse,
denn wenn Mama arbeitet, ist es ja sooo anstrengend...
Und die Sonne, nun, die schläft ja hier gerade auch noch so ein wenig ;)



Bis zum nächsten Post,

Eure Méa
mit den eifrigen Matschehänden




Der hintere Schwingenspiegel ist bereits vergeben...

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Mittwoch, Mai 10, 2017

Mai-Glückchen

Das ersteWachstum


Der Mai - habt Ihr schon Elfen gesehen? 
Ich schon!
Und so fliegt von hier ein ganz besonderes Herz aus,
hin in ein anderes Königreich zu eng verbundenen Menschen,
die sich im Inneren ihr Zauberwesen erhielten ;)

Heute ist Milchmond !

Der Vollmond dieses Monats, heute um kurz vor Mitternacht,
er wird Milchmond genannt.
Ich könnte mir vorstellen, nicht nur, weil die Milch nun eben sehr viel nahrhafter und sättigender ist,
sondern weil durch den Mondschein der Weißdorn in der Dunkelheit wie Milchwölkchen schimmert.
Ein unglaublich schöner Baum, der starke Hagedorn, wie er auch genannt wird, und sein Holz ist sehr hart.
Wehrhaft und standhaft steht er oft wie ein Schutzwall,
seine langen Dornen an den jungen Trieben sprechen für sich -
beschützen viele und wehren Falsches ab.
Beginnend meist in Feldrainhecken, kann er bis zu 500 Jahre alt werden.


Link

Um Beltane herum ist der Weißdorn ohnehin eines der wichtigsten "Accessoires" der Natur.
Er passt so sehr zum Wachstum und der gewonnenen Stärke, 
denn er wirkt heilkräftig für das Herz und bestärkt es in seinem Rhytmus des Lebens.

Hagedorn heißt auf Englisch Hawthorne - viele heißen so mit Nachnamen,
ist das nicht hübsch?
Oder Aubépine auf Franzöööösisch, ach, was für eine zauberische Sprache...

Auch Kirsch- und Apfelblüte verwandeln diese Tage jetzt in reine Magie - 
bei uns im alten Land vor Hamburg.
Die Apfelblüte ist noch nicht ganz erblüht, sie hat hier erst noch ihre große Zeit,
während die Kirschblüten-Blätter schon wie Schnee von den Bäumen taumeln.
Ob ich es wohl noch hin schaffe?
Denn nach dem Vollmond müsste der Mai auch die Wärme bringen,
dann geht alles noch schneller.
Doch ich muss Euch ja erst noch von meinem Mai-Glückchen erzählen...

Mai -Glückchen

Ach, er war schon ein trauriger Anblick!
Ich mag es ja reduziert, nur ein Schlüsselloch, das hat manchmal ´was.
Doch hier nicht. Hier war es irgendwie so nüchtern und öde.
Ja, so schön hatten wir ihn gemacht, 
(Hier der Link zu unserer wilden Unternehmung damals) 
doch ich hatte ihm schließlich ein "Gesicht" versprochen.
Ein paar Versuche mit schönen Beschlägen gab es dann, 
doch nie war es DAS.
Und so blieb er öde und traurig, sein "Gesicht" nur ein Schlüsselloch, obwohl er doch eigentlich sooo schön war.


VORHER / BEFORE

Ja, es zog sich hin.
Ich musste auf den nächsten Flohmarkt warten, an dem ich unseren "Klinkenmann" wiedersah, wie wir ihn alle nennen -
denn er hat Klinken, Schlüssel, Beschläge, alte Heizungsthermostate, ach, einfach alles aus alter Zeit um die Jahrhundertwenden 1800-1900, was da auch immer früher so an Eisen und Zierrat an Fenstern, Schränken und Türen prangte...
Bei ihm finde ich meist die Lösung.

Auch damals, als wir unseren traurigen Sprossentisch schön machten, na, DAS war damals ja auch so ein Fest!
Der sah auch lange so traurig aus, ...


... und dann SO!








Was oft solche Kleinigkeiten ausmachen...
Als wäre das ein anderer Tisch!





Und man kann etwas daran aufhängen, hachzz...



Genau eine solche Veränderung wollte ich für meinen Spülschrank aber auch erreichen.











Eines ameisenkalten und sehr frühen Morgens dann war es endlich so weit. 
Ich ging wieder auf die Pirsch.
Und diesmal eben endlich für meinen Spülschrank.
Es dauerte keine zehn Minuten und ich hatte es!



 Ich denke, mein Gesichtsausdruck hier unten sagt alles.
YESSSS! Ich meine: OUI!
Beute!
Wenn man dieses Dings, das ich in meiner rechten Hand halte, 
an diesen Fensterbeschlag (den in meiner linken Hand) schraubte, 
und unten dieses Messing-Gruseln wegmachte, dann... VOLLTREFFER :)



Ja, ich hatte es mit so einigem Kleinen versucht, das hatte jedoch so gewöhnlich ausgesehen,
bis mir das Licht aufging, es müsse ein wenig größer sein. 
Und dies hier war´s.
Ach ja, der Klinkenmann und seine süße Frau, ich wusste gleich, sie würden mich erretten.

Zuhause hieß es dann, "nichts wie losgelegt":
Messingknauf unten weggedremelt... Hm. Aber nein, so ging das nicht.
Noch immer zuviel Dutzideidei dran...


Schon einmal die Pünktelis weg, das war viel zu viel.
Schon besser.


Noch besser, mit ein wenig dunkler Farbe die Form optisch gestreckt, so ist es gut...


Das Beste daran: MAN KANN ETWAS HINHÄNGEN!
Ihr merkt schon, das ist einer meiner Lieblingsausrufe, wie auch "entdegge die Mögelischkeidden..."
Zwei Möglichkeiten gleich, hach...


Sag´ ich´s doch ;) - aber erst mal nur ein Dings, bin ja noch schüchtern...


Und jetzt freue ich mich königlich, da mein Spülschrank mich nun nicht immer so "traurig ansieht",
wie er es hier noch tat:

 Passé...

Ja, nun ist er stolz und frühliert schon so ein wenig.
Und er ist so richtig schön provencelig.
Wo er wohl mal hing, dort, in Frankreich -
und welch seltsamer Beschlag, so interessant ;)), hihi




Und natürlich habe ich auch Maiglöckchen und nicht nur ein Maiglückchen hier.


Doch die sind giftig und duften daher auf dem Schrank zu uns herunter - 
damit das Katerchen sie nicht annagen kann. 
Er hat nämlich bei giftigen Pflanzen eben diese selbstmörderische Vorliebe...


Oh ja, der Mai, der ist das Wachstum!
Bevor nun hier aber weiteres wächst,
mache ich mir erst einmal einen Kaffee mit meiner kleinen knurschelnden Kaffeemühle,
koche ihn mir genüsslich in meiner Drüsselkanne,
setze mich hier gegenüber ins "Café Strauss",
und gucke schön brav in den Milchschaum, 
damit nicht schon wieder sofort die nächste Idee um die Ecke kommt...


Ah, zu spät, ist schon passiert.
Das nächste Projekt ist schon im Kopf.
Na, das war ja eigentlich so klar...

Habt es wundervoll maifein,
schnappt Euch die Energie,
„auf die Flohmärkte, fertig loooos!“,
es muss ja nicht immer gleich ´was Großes sein :)
Manchmal reicht doch auch ein kleiner Beschlag, n´est-ce pas?


Eure Méa,
die Beschlagene 

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Sonntag, April 30, 2017

Der Raum der Träume III - Herstellen eines "antiken Spiegels" nach Maß


Spiegelfarbe und Sternenglanz


Es ist hier so einiges geschehen...



Heute möchte ich ein Geheimnis lüften,
denn heute ist
Beltane !
(Nein, nicht, was Ihr nun denkt, da hättet IHR ja nichts davon, hahaha)

Ich bin mir sicher, so einige unter Euch kannten solches noch nicht und wollen auch loslegen... :))
Denn das, worüber ich hier poste, macht Spaß - so richtig viel Spaß, 
daher teile ich es mit Euch:


- Es war ein Experiment. Eine Investition. Das Projekt nicht gerade klein -

Und am Anfang stand Alice...



Dieses Bild einer alten Marie Claire Idees schlug bei mir vor vielen Jahren ein wie eine Bombe.
Alice.
Der Zauberspiegel.
Die Pforte in eine andere Welt.
Mit wenig Aufwand war hier ein Setting für eine Teegesellschaft erschaffen worden.
Nie mehr hat mich das losgelassen.
Und der Zauber wollte gelebt werden. Nicht nur von mir...

Die Vorgeschichte

In unübertrefflich naivem Optimismus hatten wir dereinst diesen Rahmen ergattert. 
Viktorianisch. 
Dies zumindest stimmte. 
So ein großer Rahmen, der handgearbeitete Bogen, ein Träumchen.
Sogleich machte ich mich an die Arbeit,
ihn heil zu machen.
Er war arg kaputt, und ihm seine Würde wiederzugeben, war mein Ziel...


Wie seit so vielen Jahren hier üblich,
wendete ich an dem Patienten meine "Méa´sche Grimmeltechnik" an... ;)


Was "grimmeln" bedeutet, eine etwas alberne Wortschöpfung von mir, 
nicht wundern,
hier der Link.
Geht auf Holz wie auch auf Messing.


Schwupps, hatten wir den Rahmen aufgearbeitet.
Dann wurde er noch in die Länge gestreckt, in der er wohl früher einmal gewesen war, 
bevor er unten "weggefressen" wurde - 
von Feuchtigkeit und sonstigem.
Das hatte jemand fein säuberlich weggesägt.
Die Boden-Leiste war denn auch nachträglich angefügt worden und nicht alt.
Aber zumindest war sie perfekt gemacht und aus Hartholz.

Proportional stimmte die Höhe somit gar nicht,
das merkte man gleich.
Also hieß es aufstocken.
Könnte man das doch mit mir machen, bin ja auch schon geschrumpft, seufz...

Wir nahmen hierzu erst Leisten, um uns anzunähern, 
dann kam Méas Zaubermasse in Einsatz.


Hier fehlten noch einige Schichten und Schliffe meiner Arbeit,
doch der Anfang war gemacht...


Voilà.


Der Rahmen bekam sogar ein skulpturiertes Krönchen, 
seiner Corona war er längst verlustig gegangen.
Hier ist es beinahe schon fertig...
Nur noch viel zu brav.


 Ich möchte hier in unserer an sich schon sehr romantischen Welt ein wenig Düsteres, Dramatisches, 
der Schlachtruf meiner frühesten Kindheit war schließlich einmal "Ich will ´was Huaaaliches machen!"
Deshalb mochte ich ja auch Märchen so gerne - die sind nämlich so richtig heftig! Also die guten "Stories" ;)

Und so formte ich es ein wenig um... Nicht erschrecken...


 Doch da war noch zuviel Schnörkeliges, zuviel Rundes zum Runden,
wie ich das immer nenne.
Nein, so ging das nicht, Eckiges MUSS bei guten Ornamenten immer dazu. Immer.

Im Königreich aber gibt es - ebenso immer -, erfreulicherweise einiges an Schätzen.
Und da hatte ich doch noch uralte Holz-Fragmente...
HEUREKA!
Meine Lieblingsform, ein Eulerdiagramm :)




Ja, so würde das schon einmal gut werden, aber zurück zum noch so leeren Innenleben des Rahmens:

Der Händler hatte gesagt, 
"Kein Problem, mein Bruder in Italien besorgt euch große alte Spiegel, in spätestens drei Monaten habt ihr die, und einen davon schneide ich euch da rein."
Nun, wir warteten.
Wurden vertröstet...
Und wir warteten und warteten... gemeinsam mit dem Rahmen auf das spiegelnde Wunder.
Erst Wochen, dann Monate...
Nun, das war dann wohl ein Märchen, das uns da aufgetischt worden war.
Vielleicht hatte der Händler es auch nur gesagt, den Rahmen verkaufen zu können... 



Warum das aber alles?

Nun, wir hatten vor langer Zeit beschlossen,
im königlichen Saal der Träume
sollte es einen Alice-Spiegel  geben. 

Einen, von dem wir uns vorstellen können, 
dass er von Zeit zu Zeit auch einmal anderes reflektiert...

Wisst Ihr noch?

via

Oder einer, der gar eine Pforte sein könnte...

via

Jawohl. 
Ein ordentlicher Durchlass zur Anderwelt, 
n´est-ce pas?
Hierzu wurde dieses Pferd fertiggestellt, ist ja selbst geschnitzt,


Link Méas Vintage
... sowie besagter Rahmen angeschafft
Link Méas Vintage.

Und wie hatten wir immer regelrecht geschmachtet, 
sahen wir dann einen alten bodentiefen Spiegel auf irgendeinem Blog oder in einem für uns (auch finanziell) unerreichbaren Antiquitätengeschäft.
Nicht einen hängenden, versteht sich, nein, 
sondern ´mal wieder etwas, von dem man sagt,
"Na, DAS werden WIR ja wohl nie haben".
Doch der Wunsch blieb trotzdem.

Tja, und Königs sind ja auch nur dann Königs, wenn sie aus Sch... Gold machen. 
Nochmals jawohl. 
Bien sur.
Geht nicht, gibt´s nicht!
So.

Sternenglanz im Jahr des Sterns

Einen alten Spiegel zu finden, nun, sooo viele schöne alte Spiegel gibt es nicht.
In DEM Maß unseres Rahmens ohnehin nicht.
Die großen Überlebenden werden ohnehin vorab von den Händlern geschnappt, die "Reichs und Wichtigs" bedienen.

In dieser Größe jedoch einen neuen Spiegel?
Eine eisige große Spiegelfläche? 
Nein, eher ins Silbrige sollte er doch gehen, also einen Hauch Gold dabei haben, 
diesen warmen Glanz, den das Silber von z.B. Edelstahl unterscheidet.
Oder einen Silber- von einem Bleispiegel, wie hier:


Also ging es schon doppelt nicht, etwa einfach einen neuen Spiegel zu antikisieren, 
wie ich das mit meinem Spiegel in der Küche machte.




Nein, den Sternenglanz eines Zauberspiegels wollten wir!
Lichtlein und leichte Verzerrungen des Spiegelbildes darin, DAS hat ´was!
Was für ein Beltane,
und das noch im Jahr des Sterns!
Doch Zauberspiegelglanz hat sonst nun einmal nur ein alter Silberspiegel -
oder einer, den man verzaubert hat.
Und so lernte die Méa den Spiegelzauber ;)))


Spiegelzauber ist nicht schwer!

Ja, ich ging daran, selbst zu versilbern,
mir meine Krone erneut zu verdienen.
Die Scheibe in Weißglas (wichtig!) nach Schablone war schnell bestellt, 
die kleinen "Silberlinge", das Blattsilber (echtes, kein Alu, das überall als Blattsilber verkauft wird!), in kleiner Menge auch -
ich staunte, wie günstig das gewesen war. 
Und wie schwer diese Scheibe war!
Ich nahm die Scheibe übrigens ohne facettierten Rand, obwohl das nur wenig mehr gekostet hätte,
da ich es bewusst einfach halten wollte, war die Größe schon genug.
Stärke 4 mm.

Doch der Versuch mit echtem Blattsilber schlug völlig fehl. 
Auch dies hätte ich mir denken können.



Um den Metalleffekt zu bekommen, muss man nämlich das angelegte Silber polieren - mit so Dingern aus Halbedelsteinen. 
Nun Halbedelstein oder nicht, auf der Fläche herumrubbeln, 
die man dann SIEHT, GEHT ja gar nicht, 
denn da ist ja dann wohl die Glasscheibe davor, nüchwahr?
Von hinten rubbeln bringt da nichts.
Und so sah es aus, als hätte ich ´ne olle Alufolie hingepappt. 
Nix Spiegel - dafür Königin kurzzeitig traurig. 




Ja, da stand ich nun mit meinem "Talent".
Und ich dachte an Zauberspiegel und sah mein Gemurkse.
Dies hier war immer unser Vorbild - 
dass dieser Spiegel so wirkt, liegt übrigens an dem was er spiegelt, eine beleuchtete Wand in warmem Lampenlicht.
Sein echter Glanz ist sicherlich nicht so schön, oben sieht man das -
ob das eine Hallendecke ist?
Dieser Trichter dann, aus Korrosion entstanden, das Dunkel in der Mitte zum Glanz...
Ja, da schmachtet auch der König.
Das hier ist göttlichster Overkill für uns. 
Also auf dem Foto, und vielleicht gar nicht mal so sehr live.

Pinterest von Greige

SO etwas wollte ich haben - naja, zumindest so ähnlich,
der sähe exakt so bei uns gar nicht gut aus.
Doch woher nehmen?
Hatte ich mir wohl mein Ziel diesmal viel zu hoch gesteckt?
Oh, weh...

Und da, im Netz, ich traute meinen Augen nicht:
Unter Spiegelfarbe, ich staunte nicht schlecht, 
fand ich nette Ladies,
die mit Hingabe Gläser und Plastik-Kugeln verspiegelten (oi)!
Sie waren meine Rettung!
Wenn das mit solchem ginge, vielleicht auch mit einer großen Scheibe???!!!

Solches geht natürlich nicht ohne Chemie, das war klar - 
aber ein etwaiges Silber-Bedampfen der Scheibe war nun einmal im kleinen Königreich auch nicht drin 
(und DAS ist erst chemisch, oiii - die Reste können sogar explodieren, is´ nich´ nett?)
Das Abätzen der Hinterseite eines Spiegels ist zudem auch ziemlich übel,
stinkt, und man hat keinerlei Einfluss auf den letztendlichen Effekt.
Zumal es den Spiegel auch nicht wärmer glänzen lässt.
Das Wunder-Zeugs der Ladies dagegen ist chemisch gar nicht einmal wirklich schlimm.

Also ran. Kaum hatte ich das Zeugs, legte ich los.
Ein echtes antikes Vorbild direkt und live vor der Nase half mir dabei.
Den Krakeliereffekt habe ich nicht probiert, in der Größe wäre mir das zu unruhig geworden, doch der Glanz war mir wichtig.

Und nun zum "Tutorial" ;)



Tutorial "antike Spiegelscheibe"

Spiegelfarbe ist völlig einfach zu handhaben, 
macht aber zunächst einmal einen relativ kalten Glanz.
Und so habe ich ein wenig vorgearbeitet:

1. Ein hauchzarter Nebel aus Gold

Zuerst brachte ich hauchzarte Wolken mit Goldfinger-Paste auf die Scheibe auf - von HINTEN!!!
 Dazu nahm ich einen Schwamm.
Was zuviel ist, kann man übrigens mit der Spiegelfarbe später wieder anlösen.



2. Effekte mit Blattsilber

Zusätzlich habe ich noch Blattsilberteilchen unregelmäßig auf der Scheibe mit klarem Kleber angeklebt.
So sehen viele alte Spiegel an manchen Stellen aus, 
an denen der Ablöseprozess der Beschichtung von der Glasscheibe bereits begonnen hat. 
Das macht ihn authentischer und gibt Lebendigkeit, Glanz und Drama.
Achtet darauf, dass es schön ausgefranst aussieht.
Das macht Spaß, da kann man nochmal drüberrubbeln mit einem Latexeinmalhandschuh, das gibt die "Löcher",
probiert Euch aus!

3. Ein wenig Dunkel

An die Übergänge zum Blattsilber habe ich einmal mehr mein dunkles Auro-Gemisch genutzt - Abtönfarbe für Naturharzölfarben umbra mit ein wenig schwarz.
Ich habe es hauchzart aufgetupft (von hinten ;),
erst dann kommt die Spiegel-Farbe drauf...


Oi, ignoriert bitte diese Füße, hihi...



4. Spiegelfarbe

Dann habe ich das Wunderzeug, ebenfalls von HINTEN (!!!),
 auf die Scheibe aufgebracht, 
am besten macht man das tupfend mit einem Schwamm, der sehr feinporig ist. Schneidet den Schwamm rund und ausgefranst zu,
er soll keine sauberen Ecken oder gerade Strecken aufweisen.
Die Farbe vor dem Auftragen immer wieder GUT AUFSCHÜTTELN, 
und dann staunen!


Erschreckt nicht, von hinten sieht das richtig doof aus, von vorne wird es aber wundervoll spiegelig! 
Seht mal, die ersten Versuche, ist das toll?


Macht´s nicht zu gut und dicht, tastet Euch heran -
lasst auch durchscheinende Stellen, als hätte der Zahn der Zeit und das Licht bereits einiges weggefuttert.


Ich nahm dann sogar noch etwas wieder weg, da ich den Trichter nicht gut genug gemacht hatte... 
Fehlleistungen gehören dazu, sind nicht als solche zu sehen, sondern sind Schritte in die richtige Richtung.
Traut Euch!
Geht alles wieder anzulösen mit dieser Spiegelfarbe...

5. Wachs

Diesen abmildernden "Rand-Effekt" wie hier auf dem unteren Bild 
kriegt Ihr mit Kerzenwachs hin.
Auf die Vorderseite der Scheibe aufgerieben, 
macht es den Spiegel in seiner Wirkung sanfter.
Ihr könnt aber auch ganz edel mit einem Schwämmchen mit mattem Klarlack auf der anderen Seite arbeiten (von hinten) - 
ganz zart auftragen, trocknen lassen und dann erst mit der Spiegelfarbe arbeiten.

Hier weiß ich zudem nicht, ob das Mittlere einfach nur das Überbleibsel der Spiegelfläche ist,
und das Helle die Hinterwand. 
Wer weiß, Elise ist ohnehin eine der größten Zauberinnen...
Vielleicht ist glatt der ganze Spiegel neu!

Source: Elise Valdorcia, sie ist eine Göttin...

Und wir, wir sind nun auch Zauberer, gelle??? 
Fehlte nur noch eine Rückwand.

6. Rückwand

Mit einer Rückwand hinter einer Spiegelscheibe kann man nicht nur die Beschichtung vor Verfall durch Abrieb schützen, 
sondern auch göttliche Effekte erzielen.
Denn durchscheinende Flächen des Spiegels oder die Flächen, die noch ganz Glas sind, also ohne spiegelnde Beschichtung,
lassen die Rückwand ja sehen.
Eine silbrig-weiß gestrichene Rückwand macht das,
was Ihr hier gerade gesehen habt. 
Wohlgemerkt, die RÜCKWAND aus Holz, nicht der Spiegel selbst wird hier gestrichen!

Rohes Holz als Rückwand, das durchscheint, sieht übrigens völlig bescheuert aus, es sei denn, es ist seeehr dunkel.
Rückwände sollten auch nicht völlig AN die Rückseite der Spiegelscheibe angedrückt sein, ein klitzekleiner Abstand ist besser.

Und damit kommen wir zur zweiten Variante,
der dunklen.
Da sieht man dann auch feine Löcher in der Bespiegelung als diese berühmten dunklen Pünktchen, n´est-ce pas?
Die dunkle Vaiante kann man natürlich auch durch ein wenig Goldschimmer hie und da aufpompen.
Oder ein wenig Blattsilber dazu, als hätte sich etwas gelöst...

Doch warum nicht oben silbrig weiß, weiter unten dann die dunkle Variante? Oder umgekehrt???
Und bei solchem in der Ecke noch ein wenig dunkle Flecken zuvor von innen auf die Scheibe, dass es so aussieht wie eine "alte" Ecke?
Meine Güte, all die Möglichkeiten...


Elise Valdorcia


Na, das war nicht leicht, sich da zu entscheiden.
Es wird definitiv nicht der letzte Spiegel sein, den ich hergestellt habe!

Hier habe ich mich erst für eine dunkle Rückwand entschieden...


Doch ohne Sonne war uns das noch zu "unfreundlich":



Daher habe ich ihn noch dichter gemacht, ...



... also einige durchscheinende Flächen geschlossen.


Metallisch spiegelig in warmem Glanz (!), teilweise nur ein Hauch - 
wie echt silberbedampft und uralt und ehrwürdig,
uuuund: Ohne Quecksilber! 
"Provençelig".
Wie ein Vorhang, ja, ein kleines Theater... 
Ich mag den!



Ja, überhaupt, ich werde so tun, als ob ich ihn natüüürlich aus der Provençe mitgenommen habe, 
er ist ja sooooo alt!
Ach, und Rahmen und Spiegel waren ja sooo teuer,
und all die Malaise mit dem Transport, also, dass der heile blieb, ein Wuuuunder... ;)



Ach, wie schön, der Mai kann jetzt kommen, 
die Entfaltungs-Energie dieses wahrlich starken April habe ich mit beiden Händen gepackt - 
die sind zwar klein, aber waren wild entschlossen!

Jetzt genieße ich erst ´mal, dass ich mir "antike" Spiegel selbst herstellen kann.
Und das in JEDER Größe, JEDER Form, die ich nur will,
ob facettiert oder nicht...
Da fällt mir ein, ich kann ja auch neue Spiegel mit "antiken" austauschen,
und hier im Salon ist doch der ... OI!
Himmel, ich lege sofort los, werde berichten...

Habt es glänzend und strahlend,
einen wundersamen 1. Mai wünsche ich Euch,
ich hoffe, es hat Euch gefallen,

Eure Méa,
die "The Shining" nun doch eine ganz andere Bedeutung gab, höhö

Und ach, bevor ich es vergesse,
man kann ja auch solches damit machen ;))!!!
Müssen ja nicht immer provençalische Fischschwänze für einen Lüster sein, hahaha

Ich habe mit der Firma der Spiegelfarbe übrigens nix zu tun,
bekomme auch nix für Werbung, möchte ich hier nur ´mal betonen ;)

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